Im Auftrag des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beschäftigt sich IVK zur Zeit mit der "Optimierung der Prämissen der Bundesverkehrswegeplanung (BVWP)". Partner sind M-FIVE, IVE Hannover und EBP Zürich. Ziel ist es, methodische Probleme der BVWP zu benennen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Schwerpunkte der Untersuchung bilden die Themen "Erhaltung- und Ersatzinvestitionen", "Makroskopische Netzabbildung und mikroskopische Fundierung", "Nachhaltigkeitsaspekte der Bewertung" und "Dynamisierung der Bewertungsmethode".
IVK hat für rd. 50 Infrastrukturausbauten (Module) im ÖBB-Schienennetz die Nachfrage- und Modal-Split-Wirkungen und Kenngrößen für die Bewertung für das Prognosejahr 2040 bereitgestellt. Dazu wurde von IVK ein komplettes Modellsystem für die Analyse- und Prognose des Güterverkehrs entwickelt. Das Modellsystem ist als EDV-Tool umgesetzt und kann vom Auftraggeber eigenständig genutzt werden. In einem wissenschaftlichen Bericht wird die Methode dargestellt, das Tool dokumentiert. Der Partner IVE hat die Detailwirkungen im Schienenverkehr ermittelt, der Partner EBP hat mit Hilfe der bereitgestellten Kenngrößen die endgültige Bewertungsrechnung durchgeführt. Das Projekt wurde 2025 abgeschlossen.
Zur Zeit gestalten sich die Arbeit in den laufenden Projekten etwas anders, da aufgrund der Corona-Ansteckungsgefahr keine persönlichen Projekttreffen stattfinden können. Aber die Projektteams sind weiterhin gut vernetzt über Telefon- oder Videokonferenzen. Neulich wurde das geplante Projektmeeting in Wien im Rahmen des Projekts "Verkehrsmodell Österreich, Verkehrsprognose Österreich 2040+" als Skype-Konferenz ausgestaltet. Alle Partner haben sich bestens verstanden, Präsentationen konnten gezeigt werden. Auf Dauer sind persönliche Treffen natürlich vorzuziehen und die Diskussion über die verschiedenen Themen laufen auch etwas natürlicher und effizienter ab. Aber im Moment werden gute Wege gefunden, die Projektarbeiten zügig voranzubringen.
In einigen abgeschlossenen und laufenden Projekten zum Güterverkehr zeigt sich immer deutlicher, dass der Kooperation und Kommunikation der Akteure am Transportmarkt eine Schlüsselrolle zukommt. Es ist wichtig, dass sich die Partner von Transportketten, aber auch Wettbewerber, über die Bedingungen an den einzelnen Märkten des Transportsystems im persönlichen Kontakt austauschen. Die Märkte des Transportsystems sind: der Gütermarkt, auf dem die Transportnachfrage entsteht, der Speditionsmarkt, auf dem verschiedene zur Abwicklung der Güterverkehrsnachfrage Logistikflächen und Logistik-Konzepte angeboten werden, der Transportmarkt, auf dem die Transportmittel angeboten werden, um die Güter im Rahmen vorgegebener Logistikkonzepte von A nach B zu bewegen sowie der Infrastrukturmarkt, auf dem sich alle Transporte - Lkw, Bahn, Schiff, Luftfracht, Lastenfahrrad - treffen und der die Kapazitäten für die Transporte bereitstellt. Im Projekt "Güterverkehrskonzept für das Land Baden-Württemberg" sind verschiedene Vernetzungsformate eingesetzt worden: regionale Workshops zur Diskussion der aktuellen, regionalen Situation von Güterverkehr und Logistik, städtische Diskussionsforen zur Diskussion spezifischer Logistikfragen in Städten, ein Hafenforum sowie ein spezielles Forum für Güterschwertransporte. Es hat sich gezeigt, dass die Vernetzung eine entscheidende Rolle spielt, wichtige Impulse für das Güterverkehrskonzept des Landes hervorgebracht hat und vor allem die Kommunikation und Kooperation zwischen Unternehmen, Kommunen und Land sehr gefördert haben. Aus unserer Sicht sollte die feste Einrichtung von regionalen Güterverkehrsforen ein erster Schritt sein, bevor überhaupt von kommunaler Seite oder vom Land Maßnahmen, Förderungen, Regulierungen angewendet werden.